Als Mama ankommen

Ankommen, wo denn jetzt genau... ankommen am vollen Windeleimer, an der Tatsache, dass es nicht so ist, wie man sich das jetzt so vorgestellt hatte, ankommen am nächsten Heulkrampf, an der Überforderungen,... oder vielleicht an der Langeweile.



Mir ging es sehr lange so und wenn ich ehrlich bin manchmal immer noch so. Die Elternzeit war nicht das, was ich gedacht oder mir erhofft habe. Gleichzeitig habe ich mich oft gefragt, ob ich mir vorher bewusst Gedanken gemacht habe, was ich mir eigentlich von meiner Elternzeit erhofft oder gewünscht hatte. Rückblickend betrachtet, eher nicht.

Und zack da ist sie. Die Falle, in die wahrscheinlich einige Mütter, vermutlich auch Väter hineinstolpern.

So richtig bewusst geworden, war mit das in unserem ersten Urlaub mit unseren Zwillingen. 3 Wochen Kroatien. Unsere liebste Unterkunft, in Ruhe und Einsamkeit. Erholung, Zeit zum durchatmen und auftanken..Ja die Ironie, steht schon in der die Ecke. Unsere Zwillinge waren zu dem Zeitpunkt 10 Monate alt. Berufsbedingt wusste ich in welchem Entwicklungsstadium die beiden sich befinden. Dies kolidierte jedoch sehr mit meinem sehr großen Bedürfnis nach meinem Sommerurlaub. Mehr über diesen Sommerurlaub, wie wir ihn verbracht haben kann ich gern bei Gelegenheit berichten.

Wo ich aber eigentlich drauf hinaus möchte, ich hatte Pläne und Wünsche. Meine Kinder jedoch auch. Die Mischung tat keinem von uns gut. Tränen und Enttäuschung auf allen Seiten.

Ein Streit mit meiner Mama kam hinzu. Es ging darum, dass wir mit meinen Eltern gemeimsam Urlaub machten. Ich hatte das Gefühl meine Eltern zu belasten, durch das Geschrei der Kinder, die nächtlichen Unruhen oder die Bitte, dass sie die kleinen mit an den Pool nehmen. Ich ging davon aus, dass meinen Eltern dies zu viel sei und es unsere Schuld sei, dass der Urlaub nicht so schön ist.

Gleichzeitig löste dieser Streit für mich vieles. Sie sagte zu mir, dass es vollkommen okay sei, dass ich überumpelt davon bin, dass diese Zeit hier nicht so ist, wie erhofft. Sie meinte, sie hätte gewusst, was auf sie zukommt. Das könnte ich in diesem Moment noch gar nicht und vor allem muss ich es nicht gewusst haben.

Puh, okay und jetzt... Sie wusste es besser, eben weil sie meine Mama ist und mich so sehr kennt. Ne, sie ist angekommen als Mama. Schon lange. Ich eben nicht. Nicht weil einer von uns etwas besser oder schlechter kann. Sie hat ihre Erfahrungen gemacht und baut auf diesen auf. Ich hatte gar keine Zeit mich dieser Tatsache hinzugeben. Ich hatte 10 Monate lang, häufig tags und nachts alleine, sämtliche Bedürfnisse von zwei kleinen Säuglingen erfüllt. Für meine war dort nicht viel Platz.

Ich hatte mir schlicht weg nicht die Zeit genommen und mir ernsthaft Gedanken darüber gemacht, dass nun eben nicht nur mein Alltag anders aussieht, sondern auch das was so um den Alltag drum herum ist.


Fühle ich mich durch diese Erkenntnis nun angekommen als Mama. Die Frage kann ich pauschal im Moment nicht beantworten. Es gibt Phasen, in denen ich mich sehr klar und fokussiert in der Rolle als Mama fühle. Es gibt jedoch, noch genauso viele und intensive Phasen in denen dies nicht so ist und ich mich fühle als schwimme ich seicht umher. Diese wechselnden Phasen anzunehmen fällt mir nicht immer leicht. Dennoch spüre ich immer mehr, wie ich sich das Gefühl von ankommen in mir ausbreitet und die Herausforderungen des Alltags mit Kindern mich nicht mehr so sehr überrollt. Mehr noch, weiß ich besser denn je zuvor, wo ich mich festhalten kann, wenn die Wellen der Überforderungen mich zu erschlagen drohen.


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